Ein weiteres Zeichentreffen in der Wellritzstraße

Im Oktober 2020
Organisiert von Katja Rosenberg
Bericht Bärbel Clemens

Am 10. Oktober trafen sich 17 Urban Sketcherinnen und ein Sketcher noch einmal in der Wellritzstraße in Wiesbaden (siehe letzter Blogeintrag). Der genaue Treffpunkt war die ehemalige Boutique Irmak-Moden, die eine Woche lang ihr großes Schaufenster für die Präsentation der Zeichnungen zur Verfügung gestellt hat, die bei den Treffen bisher entstanden sind. Diese Ausstellung stößt auf großes Interesse der Passanten.

Foto: Gisa Gericke

Die Nachbarn betrachten die Zeichnungen ganz genau, freuen sich, wenn sie ihr Haus, den Kiosk, wo sie ihren Kaffee trinken, den Laden, in dem sie einkaufen wiedererkennen. Ganz besonders groß ist die Begeisterung bei den Kindern, vor allem dann, wenn sie sich oder andere Kinder auf einer Zeichnung sehen. Die Zeichnerinnen und Zeichner bewundern (mal wieder) wie viele unterschiedliche Stile und Auffassungen von einem Bildmotiv möglich sind (und freuen sich natürlich insgeheim, wenn sie Kommentare zu ihrem Bild aufschnappen können).

Foto: Michaela Höllriegel

Die Wellritzstraße ist das Zentrum eines Stadtteils mit Bewohnerinnen und Bewohnern aus vielen verschiedenen Herkunftsländern. Hier reiht sich Laden an Kiosk an Bäckerei an Imbissstand an Restaurant. Im Rahmen eines städtischen Modellversuchs wird derzeit ein Abschnitt der Wellritzstraße als Fußgängerzone ausgewiesen. Michaela Höllriegel, Büro für Stadt.Raum.Entwicklung begleitet i.A. der Stadt im Rahmen der Städtebauförderung „Sozialer Zusammenhalt“ den Modellversuch und hatte die Idee mit der Zeichenaktion einen Blick von außen auf die Fußgängerzone Wellritzstraße zu erhalten und der Entwicklung als autofreie Zone weitere Impuls zu geben. Katja Rosenberg hat für USK Rhein-Main die Organisation übernommen. Ohne die vielen Autos gehört die Straße wieder mehr den Kindern, die mit ihren Rollern und Bällen spielen und den Menschen, die die Tische und Stühle vor den Kiosken, Imbissen und Bäckereien nutzen. Viele äußern die Hoffnung, dass dies auch nach Ablauf des Modellversuches so bleiben möge.

Zeichnung: Katrin Harsdorf, Foto: Katja Rosenberg

Für die Zeichnerinnen und Zeichner war es sehr intensives Urban Sketching, da sie hier mehr als an manch anderer Stelle mit den Menschen in der Straße in Kontakt kamen. Mittlerweile hatten sich die Menschen an die Zeichnerinnen und Zeichner schon ein bißchen gewöhnt, die ja schon vorher ein paar Mal zum Zeichnen da waren. Ein Bäckermeister, dessen Schaufenster voller Köstlichkeiten von einigen als Motiv gewählt wurde, machte sogar die Runde mit einem Tablett mit heißem Tee. Das war eine sehr willkommene Geste, weil es uns wirklich kalt war. Es ist Herbst, und die Zeichenausrüstung muss um Handschule und Schal erweitert werden!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.