Orte der Industriekultur – Abwasserreinigungsanlage Niederrad

Im Dezember 2019
Organisiert von Dobi Robinsky
Bericht Dobi Robinsky
Titelbild Dobi Robinsky

Am 07.12. führte uns unser Weg in die Unterwelt von Frankfurt… in die historische Abwasserreinigungsanlage Niederrad, ein Bauwerk, dass zu den Orten der Industriekultur zählt.

Soviel vorab: Es ist ein sehr besonderer Ort, eine Halle – ein Saal! Architektonisch besonders, mit Bögen und Fluchten, mit Brücken und Geländern -ein gestalteter Ort – „Industriedesign“, bevor es das Wort „Industriedesign“ gab.

Wir konnten wunderschöne Details entdecken, wie den Eingang in einem kleinen Treppenhäuschen und die Lichtkuppeln über den Becken, welche die Unterwelt mit Licht versorgen.

Ein Ort mit einer spannenden Geschichte, die wir auch bei einer sehr informativen Führung erfahren durften. Die Abwasserreinigungsanlage war die erste mechanische Großkläranlage des europäischen Kontinents und war bemessen für ca. 140.000 Einwohner. Die die Klärtechnik revolutionierende Anlage wurde 1883-87 errichtet. Sie umfasste vier unterirdische, 82 m lange Becken zum Absetzen der im Abwasser mitgeführten Feststoffe. Die Reinigung wurde anfangs von „Hand gemacht“, heute kaum vorstellbar!

Die Bevölkerungsentwicklung erzwang eine 1902-1904 eine Erweiterung. Über der Beckenanlage steht das gleichzeitig erbaute Betriebsgebäude, mit kleinem Wasserturm in Formen des Historismus mit Jugendstilanklängen, welches wir ebenfalls gezeichnet haben.

Die Becken wurden nach der Stilllegung 1960 zur Regenwasserbehandlung genutzt und dienen nach der denkmalgerechten Sanierung 1992-93 gelegentlich als Bühne für Veranstaltungen. Pflanzen wachsen dort und geben ein bizzares Bild…

Alles in allem war es sehr spannend! (Nur sehr kalt…)

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