Wieder nach Völklingen, nur virtuell

Im Mai 2020
Organisiert von Gabriele Wührmann
Bericht Gabriele Wührmann
Titelbild Screenshot von Stephanie Nickel

Heute schreibe ich diesen Artikel, wo erste Sketcher-Treffen schon wieder mit gebührendem Abstand in der realen Welt stattfinden. Doch Ende März war die Verunsicherung noch viel zu groß und die Regeln wesentlich strenger, als heute. Sinnvoll, denn so gelang es, die Ausbreitung des Virus einzugrenzen und die Zahl derer, die daran erkrankten, so klein, wie nur möglich zu halten. Schnell war klar, dass die Kommunikationsplattformen, die wir man bei der Arbeit und privat einsetzte, in Kombination mit Google-Earth ideal waren, mit unserer Art zu zeichnen, etwas anders weiter zu führen, ohne die geltenden Regeln zu verletzen oder Leute zu gefährden. Uns war immer klar, dass nichts unsere gemeinsamen Klappstuhl-Kritzeleien wirklich ersetzen konnte, doch sogar unser Victor Hugo Event musste zum Teil virtuell gestaltet werden.
Schon letztes Jahr in Amsterdam wurde die Idee geboren, noch einmal die Völklinger Hütte zum Zeichnen zu besuchen. Damals dachten wir nicht im Traum daran, dass ein Virus unsere Welt so sehr verändern würde. Wir beschlossen unseren Plan dennoch beizubehalten, nur eben über Internettelefonie und Kamera.

Zeichnung von Gabi Wührmann
Zeichnung von Gabi Wührmann

Viel Vorbereitung war nicht notwendig, weil die Internetseite der Völklinger Hütte  alle
Links anbot, die wir brauchten, um in die Welt, von Rost und Rohren einzutauchen, die uns vor zwei Jahren schon alle so fasziniert hatte. Wo es doch eines der ersten solcher Meetings war, probiert man alles erstmal aus und bei der Gelegenheit wurde das Prinzip geboren, erst kurz in Historie und Gegenwart des gezeichneten Ortes einzuleiten und anschließenden jedem Zeit zu geben, sich nach Motiven umzusehen und zu zeichnen.

Zeichnung von Mika Hell
Zeichnung von Mika Hell
Zeichnung von Mika Hell
Zeichnung von Mika Hell
Zeichnung von Astrid Kemper

Die, die wollten, konnten sich der Aufgabe widmen, das Ungewohnte ungewohnt zu zeichnen – die berühmte Komfortzone zu verlassen. Das ist ja das Schöne beim Urban Sketchen: die sich mit einem festen Rahmen wohler fühlen, halten sich an das Mainfest und die, die mehr Freiraum brauchen legen USK weiter aus, genießen aber trotzdem die Gesellschaft und die Akzeptanz der anderen. So entstanden auch diesmal viele verschiedene und spannende Skizzen.

Zeichnung von Stephanie Nickel
Zeichnung von Stephanie Nickel
Zeichnung von Judith Spijk
Zeichnung von Judith Spijk
Zeichnung von Judith Spijk

Nachmittags kamen bestimmt 40 Sketcher aus ganz Deutschland  wieder zusammen. Wir Rhein-Mainer freuten uns sehr, dass so viele dem Aufruf gefolgt waren. Da kleinere technische Hürden schon morgens genommen wurden konnten, stand nun dem virtuellen „throwdown“ nichts im Wege. Dass in der virtuellen Welt immer nur einer zur Zeit sprechen kann, hatte den großen Vorteil, dass man von jedem ein paar Gedanken zu jedem Bild erfuhr. Was war die große Schwierigkeit, wie hat man es gelöst? Welche Methode war neu, welches Vorgehen anders, als man selbst es gemacht hätte? Für jeden gab es Raum kurz zu erzählen und zu zeigen, was am Tag entstanden war.

Zeichnung von Hertha Schäfer
Zeichnung von Hertha Schäfer
Zeichnung von Hertha Schäfer

Und so wurde, obwohl man sich nicht gegenüberstand, der Bildschirm zu einer Tapete fröhlicher Gesichter, die obwohl sie den Schreibtisch nicht verlassen hatten, in die Welt von Rost und Rohren gereist waren. Wenn der Virus weg ist, dann kommen wir wieder nach Völklingen!

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